Scannen leerer und sich wiederholender Räume

Objekte aus den Bereichen der Architektur, des Ingenieurwesens und der Konstruktion sowie Gewerbeimmobilien sind häufig leer, offen und repetitiv. Denken Sie beispielsweise an eine sehr große Lagerhalle oder die Korridore eines Indoor-Mietlagers.

Dadurch, dass es sich um leere Objekte mit sich wiederholenden Merkmalen handelt, sind diese möglicherweise schwierig zu scannen. Das liegt daran, dass die 3D-Daten, die die Capture App von einem Scan erfasst, den 3D-Daten eines anderen Scans sehr ähnlich sein können.

Das Ergebnis wird als Fehlausrichtung bezeichnet: Die Capture App geht davon aus, dass der Scan korrekt ausgerichtet wurde, aber die Position des Scans innerhalb der Daten des 3D-Modells unterscheidet sich von seiner tatsächlichen Position. Dies kann später Probleme verursachen und einige Spaces unbrauchbar machen.

Dieser Artikel wird Ihnen helfen, Fehlausrichtungen in leeren und sich wiederholenden Räumen zu bewältigen, und gibt Orientierungshilfen für das Scannen von Gewerbeimmobilien-Spaces. Sehen Sie sich als Beispiel den folgenden Space an:

 

Erstellen eines Plans

Die Matterport-Kamera zeichnet sich besonders in Bereichen mit sich nicht wiederholender Architektur, Bereichen mit Möbeln und Bereichen mit einzigartigen 3D-Funktionen aus. Je größer ein Objekt ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es diese Eigenschaften aufweist, und desto wahrscheinlicher ist es, dass es offen und gleichförmig ist.

Daher ist es beim Scannen solcher Orte noch wichtiger, dass Sie einen Plan erstellen und Anforderungen festlegen. 

Space-Typ Ungefähre Fläche Vorbereitung
Büros und Einzelhandel Bis zu 10.000 ft²
bzw. 900 m²
Grundlegende Scan-Vorbereitung
Leichtindustrie 10.000 bis 25.000 ft²
bzw. 900 bis 2250 m²
Planen Sie eine grobe Route
und lesen Sie diesen Leitfaden.
Leere Lagerhallen, Kongresszentren, Bankettsäle usw. 25.000 bis 50.000 ft²
bzw. 2250 bis 4500 m²
Planen Sie eine genau definierte Route
und gehen Sie sehr systematisch vor. Beachten Sie zum Scannen umfangreicher Örtlichkeiten die folgenden Hinweise.
Überlegen Sie, wenn Sie feststellen, dass für Ihr Modell mehrere hundert Scans erfasst werden müssen, ob es nicht besser ist, den Space in Quadranten oder Bereiche aufzuteilen. Scannen Sie dann jeden Bereich als separates Modell. Erfahren Sie, wie das geht.

 

Scannen großer, offener Räume

Denken Sie beispielsweise an eine sehr große, 50.000 ft² (4500 m²) umfassende, leere Lagerhalle.

Es ist zwar möglich, diesen großen Raum in einem Zickzack-Muster zu scannen, aber dies würde zu lange dauern und wäre gerade in der Mitte sehr anfällig für Fehlausrichtungen. Scannen Sie stattdessen entlang der äußeren Begrenzung. Erstellen Sie anschließend 360-Grad-Ansichten in der Mitte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß es ist.

zig-zag-pattern.png

Zickzack (nicht empfohlen)

scan-perimeter-with-360-views.png

Äußere Begrenzung mit 360-Grad-Ansichten (empfohlen)

Drucken Sie Ausrichtungsmarkierungen wie die unten abgebildete aus und bringen Sie sie vor dem Scannen vor Ort an, wenn Sie entlang der äußeren Begrenzung (und in Bereichen, die leer oder repetitiv sind) scannen. Hier finden Sie weitere Informationen zur visuellen Ausrichtung.

marker-19.png

Die Markierungen erscheinen in der visuellen 2D-Panoramaansicht (Innenansicht) des fertigen Matterport Space. 

 

Achten Sie darauf, dass Sie den empfohlenen Abstand zwischen den Scans einhalten. Etwa 2,5 bis 3 Meter. Je größer die Überschneidung mit dem vorherigen Scan ist, desto besser ist die Ausrichtung.

scan-along-the-wall.png

 

Scannen in der Mitte

Bei großen Objekten ist die Mitte in der Regel leer. Das ist eine gute Gelegenheit, in den Modus der 360-Grad-Ansicht umzuschalten. 360-Grad-Ansichten sind nicht auf die gleiche Weise ausgerichtet wie 3D-Scans. Sie sind nicht mit anderen Scans verbunden und werden folglich auch nicht in das 3D-Modellhaus einbezogen. Hier erfahren Sie mehr.

Vielleicht möchten Sie einen in einer Mitte befindlichen Raum erfassen, etwa einen Serverraum oder ein Badezimmer. Dafür haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Erstellen Sie ein neues Modell und scannen Sie diesen Raum.
    • Nur ein kleines Modell mit wenigen Scans
    • Schnell und einfach zu erstellen
    • Sie müssen zwei oder mehr Modelle im System Ihres Unternehmens verwalten.
  2. Scannen Sie von der äußeren Begrenzung aus nach oben und in die Mitte.
    • Hält alles in einem einzigen Modell
    • Vereinfacht die Verfolgung im internen System Ihres Unternehmens
    • Mehr Zeit zum Scannen erforderlich

Sehen Sie sich als Beispiel den folgenden Space an:

  

Korridore

Bei repetitiven, gleichförmigen und langen Korridoren (länger als 50 ft bzw. 15 m) empfiehlt sich das Platzieren einer Ausrichtungsmarkierung in Abständen von jeweils 15 ft (4,5 m). Zudem sollten Sie an jedem Ende des Korridors sowie bei etwa 40 und 60 % des Weges durch den Korridor eine eindeutige Markierung hinzufügen.

Diese Objekte unterstützen die Ausrichtung, sodass die Matterport Capture App den Korridor nicht „staucht“ und kürzer macht als er eigentlich ist. 

Vergewissern Sie sich, dass die Scans in der Capture App dort erscheinen, wo sich die Kamera befand. Wenn dies nicht der Fall ist, liegt eine Fehlausrichtung vor, und der Scan sollte gelöscht werden, da andernfalls alle späteren Scans ebenfalls falsch ausgerichtet werden.

 

Stockwerke

Bei sehr großen Gebäuden, bei denen alle Stockwerke leer und gleichförmig sind (z. B. ein im Bau befindliches Hochhaus), empfehlen wir, für jedes Stockwerk ein neues Matterport-Modell zu erstellen.

Wenn das Gebäude nicht zu groß ist, können Sie alle Stockwerke einschließlich der Treppen in ein Modell einpassen. Beispiel:

Im Allgemeinen empfehlen wir, an der Tür zum Treppenhaus zu beginnen, die Tür aufzustellen und dann zunächst das gesamte Stockwerk zu scannen. Dann kehren Sie wieder zum Treppenhaus zurück.

corn-exchange.png

Scannen Sie anschließend die Treppe nach oben. Die Treppe gehört dann zu dem Stockwerk, das Sie gerade abgeschlossen haben. Sobald Sie an den oberen Abschluss der Treppe gelangen, beginnen Sie mit einem neuen Stockwerk in der Capture App und fahren mit dem Scannen fort.

Denken Sie beim Scannen mehrerer Stockwerke an Folgendes:

  • Scannen Sie im gesamten Gebäude, indem Sie die Treppen, und nicht den Aufzug, benutzen.
  • Lösen Sie nicht versehentlich den Feueralarm aus. Deaktivieren Sie den Feueralarm nicht, um die Treppen zu scannen.
  • Falls das Gebäude über mehrere Treppenhäuser verfügt, halten Sie es einfach und scannen Sie nur die Haupttreppen.

 

Zusatzeinrichtungen bei Gewerbeimmobilien

Zusatzeinrichtungen sind die Teile Ihrer Räumlichkeit, die sich besonders darauf auswirken, wie sich eine Person darin fühlt. Letztlich sind sie es, die die Kultur eines mietenden Unternehmens definieren.

Fügen Sie zusätzlich zu Ihren normalen Scans einen oder zwei Extra-Scans vor wichtigen Elementen hinzu, auf die Ihre Besucher sicherlich einen genaueren Blick werfen möchten. Beispiele dafür sind:

  • Gemeinschaftsbereiche wie die Cafeteria und Spielräume
  • Verwaltungsbüros
  • Konferenzräume
  • Eingangshallen
  • Elektro-, Telekommunikations- und Serverräume
  • Außenbereiche
    • Verwenden Sie 360-Grad-Ansichten, um Zusatzeinrichtungen in Außenbereichen wie Gärten, Essbereiche, Terrassen, Basketballfelder etc. zu erfassen.
    • Erstellen Sie ein großartiges Hero Image – eine fantastische Aufnahme der Eingangstür, des Äußeren des Gebäudes und ggf. der straßenseitigen Beschilderung.
Scannen Sie auch die Badezimmer. Wenn Sie dort nicht scannen, werden Ihre Modellhaus- und Grundrissansichten Löcher aufweisen.

 

Bearbeitungstipps

Überlegen Sie, wenn Sie feststellen, dass für Ihr Modell mehrere hundert Scans erfasst werden müssen, ob es nicht besser ist, den Space in Quadranten oder Bereiche aufzuteilen. Scannen Sie dann jeden Bereich als separates Modell. Erfahren Sie, wie das geht.

Es ist ganz einfach, mehrere Modelle in eine bestimmte Webseite einzubetten. Beachten Sie dazu die Seiten Matterport-Galerie bzw. Matterport Try-It.

Denken Sie, wenn Sie nur entlang der äußeren Begrenzung gescannt haben, daran, Matterport Workshop aufzurufen und die Modellhaus-Ansicht auszuschalten, damit Ihre Besucher kein unvollständiges 3D-Modell sehen.

Denken Sie daran, Highlight Reel zu aktivieren und Ihre 360-Grad-Ansichten hinzuzufügen, um dennoch durch das Modell navigieren zu können.